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Wein ohne Alkohol – Österreichs technologische Premiere bei Toifl

Wie die Familie Toifl mit modernster Entalkoholisierungstechnologie neue Perspektiven für den österreichischen Weinbau eröffnet.

Vom klassischen Wein zum alkoholfreien Genuss

Die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken verändert die Weinwirtschaft. Immer mehr Konsumenten suchen Alternativen zum klassischen Wein – möglichst mit dessen charakteristischer Aromatik, Fruchtigkeit und Struktur.

Die traditionsreiche Weinkellerei Toifl in Hadersdorf am Kamp hat auf diese Entwicklung reagiert. Barbara und Christoph Toifl setzen mit ihrer neuen Entalkoholisierungsanlage auf ein zukunftsweisendes Produktionsverfahren.

Bislang mussten österreichische Winzer ihre Weine für die Entalkoholisierung vielfach nach Deutschland transportieren. Mit der neuen Anlage können diese Verarbeitungsschritte nun direkt in Österreich erfolgen.

Die Technik: Membrantrennung trifft Vakuumdestillation

Das Herzstück der Anlage ist die Omnia Libero 150 des italienischen Herstellers Omnia Technologies.

Die Technologie kombiniert zwei Verfahren:

1. Membrantrennung durch Umkehrosmose

Der Wein wird zunächst durch spezielle Membranen geführt. Dabei entstehen zwei Fraktionen: Ein Retentat, in dem ein Großteil der wertgebenden Inhaltsstoffe und Aromen zurückbleibt, und ein Permeat, das vor allem Wasser und Alkohol enthält.

2. Vakuumdestillation

Das alkoholhaltige Permeat wird anschließend unter vermindertem Druck destilliert. Dabei wird Ethanol abgetrennt. Das verbleibende alkoholarme Wasser wird wieder mit dem aromatischen Retentat vereint.

Dieser Vorgang kann mehrfach wiederholt werden, bis der gewünschte Alkoholgehalt erreicht ist.

Das Ziel: Möglichst viel vom ursprünglichen Weincharakter bewahren und gleichzeitig den Alkoholgehalt drastisch reduzieren.

15.000 Liter pro Tag – eine Investition in die Zukunft

Die Anlage besitzt eine Verarbeitungskapazität von bis zu 150 Hektolitern beziehungsweise 15.000 Litern täglich.

Die wichtigsten technischen Eckdaten:

  • Hersteller: Omnia Technologies, Italien
  • Anlagentyp: Omnia Libero 150
  • Technologie: Umkehrosmose und Vakuumdestillation
  • Kapazität: Bis zu 15.000 Liter pro Tag
  • Mindestcharge: Rund 3.000 Liter
  • Alkoholreduktion: Unter 0,5 % vol., technisch auch unter 0,05 % vol. möglich
  • Investition: Rund zwei Millionen Euro einschließlich baulicher Anpassungen

Die Anlage wird auch als Dienstleistung für andere Weinproduzenten angeboten.

Die sensorische Herausforderung: Was bleibt vom Wein?

Alkohol ist nicht nur berauschend, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Weinstruktur. Er beeinflusst Körper, Mundgefühl, Aromawahrnehmung und Länge.

Wird Alkohol entfernt, verändert sich deshalb zwangsläufig das sensorische Gleichgewicht.

Die entscheidende Frage lautet: Wie viel Weincharakter bleibt ohne Alkohol erhalten?

Die Kombination aus Membrantrennung und Vakuumdestillation soll Aromaverluste und thermische Belastungen reduzieren. Dennoch entscheidet nicht allein die Technologie über die Qualität.

Besonders wichtig sind die Ausgangsweine. Aromatische Rebsorten bieten häufig bessere Voraussetzungen als neutrale Weine.

Auch Säure, Restzucker, Extrakt und mögliche oxidative Veränderungen beeinflussen das Ergebnis.

Für die Sensorik bedeutet das: Ein guter entalkoholisierter Wein muss nicht zwangsläufig genauso schmecken wie sein alkoholhaltiges Original. Entscheidend sind Harmonie, Typizität, Struktur und Trinkfreude.

Österreichischer Wein – neue Chancen im No- und Low-Alcohol-Markt

Die Anlage in Hadersdorf schafft neue Möglichkeiten für österreichische Winzer. Kürzere Transportwege, regionale Verarbeitung und eine professionelle technische Infrastruktur erleichtern den Einstieg in das Segment alkoholfreier Weine.

Neben der Entalkoholisierung bietet Zero Wine auch Stabilisierung und kontrollierte Abfüllung an.

Für die Weinwirtschaft eröffnet sich damit ein zusätzlicher Markt – von alkoholfreien Stillweinen über Sparkling-Produkte bis zu innovativen weinbasierten Getränken.

Fazit: Die Zukunft des Weins ist vielfältiger geworden

Mit der neuen Anlage beweist die Familie Toifl, dass technologische Innovation und traditionelle Weinwirtschaft keine Gegensätze sein müssen.

Alkoholfreier Wein ist nicht einfach Wein, dem etwas fehlt. Er ist eine eigenständige sensorische Herausforderung.

Und genau darin liegt die Zukunft: Nicht nur Alkohol entfernen, sondern Geschmack, Harmonie und Charakter neu gestalten.

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